horst.maria: ich packe meinen koffer__
„ich packe meinen koffer und nehme mit....“ heißt es in einem bekannten gemeinschafts- spiel, das gedächtnis und erinnerung schärfen soll. dieses motto nimmt sich das junge salzburger künstlerkollektiv horst.maria als ausgangspunkt für ein spielerisches multimedia-projekt.
"im virtuellen zeitalter ist der vernetzungsgedanke wichtiger und präsenter denn je. distanzen von tausenden kilometern werden in bruchteilen von sekunden überwunden, sprachbarrieren verschwinden dank neuen computerbasierten übersetzungsprogrammen, das „virtuelle reisen“ wird als tourismuslücke entdeckt und genutzt. in einer virtuellen welt werden geografische grenzen durchlässig, eine begegnung der kulturen praktiziert, ohne dabei physisch örtliche veränderung vornehmen zu müssen" erklären horst.maria. diese programmierte vernetzung dient als anlass reale ankerpunkte zu setzen und den prozess neuer verknüpfungen installativ zu veranschaulichen.
als geborene salzburger, dort aufgewachsen und später entwurzelt, kehren die beiden künstler christiane peschek und markus blaha mit ihrem kollektiv horst.maria nach salzburg zurück und nehmen die stadt als ausgangspunkt ihrer analogen vernetzungsarbeit. "wir stellen unseren örtlichen start- und standpunkt ins zentrum, definieren durch ihn unsere herkunft. die sich von der stadt salzburg ausdehnenden gaue und gemeinden bilden, im uhrzeigersinn, unseren netzwerkradius. von salzburg in den flachgau, von dort aus in den tennengau, dann pongau, lungau und pinzgau, bis am ende wieder die landeshauptstadt erreicht wird.
sie packen also ein. geschichten und erinnerungen die an gegenständen haften. geschichte eines kulturkreises, eines ortes, vielleicht sogar sinnbilder regionaler einzigartigkeiten. und entwurzeln sie. aber nicht um sie zu entwerten, sondern um sie in einen neuen kontext zu stellen, ihnen einen neuen wirkungsraum zu geben. "wir reihen aneinander, was auf den ersten blick nicht viel gemeinsam hat und stellen unsere gesammelten koffer an neuen orten ab und bauen auf". angelegt in 6 performances in den gauen und einer abschließenden ausstellung in der landeshauptstadt salzburg wird im März 2011 erinnerung sichtbar gemacht.
TERMINE
3. März 2011, 20:02 Uhr, performativer Auftakt im Toihaus Salzburg, Franz-Josef Str. 4, 5020 Salzburg
5.-9. März 2011 Aktionen im Bundesland Salzburg
11. März 2011, 19:30 Uhr Ausstellungseröffnung periscope:project:space, Sterneckstraße 10, 5020 Salzburg
genauere Informationen sowie detaillierter Zeitplan: www.horstmaria.athorst.maria: ich packe meine koffer__
eingereicht von Christiane Peschek und Markus Blaha
Das Projekt, angelegt als ein sich über das gesamte Bundesland Salzburg erstreckendes Spiel, übersetzt das Motiv des Reisens, des Wanderns, des Herumschweifens in einen Diskurs kultureller Begegnungen, definiert als Austausch und Sammeln von sowohl persönlich, regional wie kulturell determinierte Gegenständen. Durch eine eigentlich simple Idee (Gegenstände „entwurzeln“ und in neue Kontexte stellen) wird anschaulich dargestellt wie aus produktiven Missverständnissen (wo immer etwas plötzlich verschwindet, unvermutet dazukommt, nicht bzw. falsch verstanden wird) so etwas wie Kunst, Kultur (etwa Brauchtum) aber auch Kommunikation entsteht. Gerade der Umstand, dass die hier angestrebten "Begegnungen der Kulturen" zwischen den einzelnen Salzburger Gauen sowie der Landeshauptstadt stattfinden, stellt herkömmliche Blicke auf das vermeintlich „Fremde“ und „Andere“ in Frage und zeigt wie künstlerische Interventionen im öffentlichen Raum Möglichkeiten für neue Perspektiven eröffnen können. Speziell hervorzuheben ist dabei neben dem Forschungsansatz, der sich spezifischen Geschichte(n) und Geografie(n) widmet, vor allem die – angesichts eines doch sehr komplexen Themas - schon allein durch das Projektansuchen angestrebte und vermittelte Spielfreude. Jurybegründung
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